
Rebecca Weißbrodt, Bundesschatzmeisterin der WerteUnion, beschreibt die Realität einer typischen deutschen Familie mit zwei Kindern und erklärt, was sich dringend ändern muss.
Ein Elternteil arbeitet Vollzeit im Einzelhandel, der andere kümmert sich um die Kinder. Einkommen: 3.465 Euro brutto im Monat. Hört sich auskömmlich an. Aber nach Steuern, Sozialabgaben, Miete, Fahrtkosten und Kindergarten bleibt in dieser Beispielrechnung weniger übrig als bei einer vergleichbaren Familie, die vollständig von Grundsicherung lebt.
Zwar kann die arbeitende Familie möglicherweise Kinderzuschlag, Wohngeld oder ergänzende Grundsicherung beantragen, doch bei Licht betrachtet liegt genau da der Irrsinn:
Erst 40 Stunden die Woche arbeiten; dann Steuern und Sozialabgaben zahlen; und anschließend Anträge ausfüllen, Einkommensnachweise einreichen und auf Bescheide warten, damit sich die Arbeit finanziell überhaupt ausreichend bemerkbar macht? Was passiert denn mit denen, die diese Leistungen nicht beantragen? Die arbeiten genauso viel, tragen dieselben Kosten – und haben unter Umständen weniger zur Verfügung als eine vergleichbare Familie ohne Erwerbseinkommen.
Wir wollen nicht, dass arbeitende Familien von Amt zu Amt rennen müssen, um finanziell über die Runden zu kommen. Wir wollen, dass sich ihre Arbeit von vornherein lohnt! Die WerteUnion setzt sich deshalb für eine geringere Steuer- und Abgabenbelastung, mehr Netto vom Brutto, eine familienfreundlichere Besteuerung und bessere Erwerbsanreize ein.
Denn ein Sozialstaat soll Menschen unterstützen, die Hilfe benötigen. Er sollte aber nicht dazu führen, dass Familien trotz Vollzeitarbeit auf zusätzliche staatliche Leistungen angewiesen sein müssen, um finanziell ausreichend dazustehen.
Wer arbeiten geht, muss davon spürbar mehr haben. Ohne erst beim Amt um einen Zuschuss bitten zu müssen!