Die FDP: Wir zerlegen die Freiheit, bevor sie uns zerlegt

Die FDP: Wir zerlegen die Freiheit, bevor sie uns zerlegt

Die FDP: Wir zerlegen die Freiheit, bevor sie uns zerlegt
Radikaler Aufbruch, reale Null: Das letzte Dreikönigstreffen der FDP

Ein revolutionärer Gestus ohne reale Machtbasis ist kein Aufbruch, sondern Verzweiflung mit PR-Tonspur.

1. Die inhaltliche Leere hinter dem „radikalen Aufbruch“

Dürr kontert den angeblichen „Stillstand der anderen“ mit den bekannten FDP-Dauerbrennern:

  • Bürokratieabbau
  • Schuldenbremse
  • leistungsorientierte Migration
  • Bildung (mehr Mittel für Grundschulen)

Diese Programmpunkte sind nicht neu. Sie waren Kernbestandteil der Ampel-Regierungsbeteiligung 2021–2024. Das Ergebnis ist dokumentiert:

  • Die Bürokratiekosten stiegen (u. a. durch Lieferkettengesetz, Gebäudeenergiegesetz, Berichtspflichten).
  • Die Schuldenbremse wurde politisch ausgehöhlt, nicht verteidigt.
  • In der Bildungspolitik blieb die FDP marginaler Juniorpartner ohne sichtbare Strukturreformen.

Die Partei wiederholt Forderungen, deren Scheitern sie selbst mitverantwortet. Der behauptete Fortschritt erschöpft sich in Verwaltungsrhetorik.

Das Resultat ist eine liberale Nostalgiebewegung, die Modernisierung weiterhin mit schlankeren Formularen verwechselt, statt mit sozialer Infrastruktur, technologischer Souveränität oder produktiver Digitalisierung.

2. Die psychologische Falle: Mut predigen, Ohnmacht leben

Der Ruf nach „Mut“ steht im Kontrast zur realen Lage:

  • Bundestagswahl 2025: Ausscheiden aus dem Parlament
  • Umfragen 2025/26: stabil unter 5 %
  • Mitgliederentwicklung: Stagnation bis Rückgang
  • Interne Konflikte: offene Spannungen zwischen Parteiführung und Landesverbänden

Wenn eine Parteiführung in dieser Situation „Mut“ beschwört, ist das weniger Führung als Selbsttherapie. Dürr agiert wie ein Rhetoriktrainer im brennenden Haus: Er motiviert, aber löscht nicht.

3. Strategisches Vakuum

Ein belastbarer Plan für eine liberale Partei im 21. Jahrhundert fehlt. Andere liberale Bewegungen in Europa positionieren sich klar entlang von:

  • Bürgerrechten
  • digitaler Souveränität
  • sozialer Aufstiegspolitik

Die FDP hingegen greift auf eine Retro-Ideologie der 1990er zurück: Leistung, Eigenverantwortung, Kürzungslogik. Was einst Profil war, wirkt heute wie ein Echo ohne Resonanzraum.

Der alte Satz „Keine Sau braucht die FDP“ droht deshalb zur nüchternen Systembeschreibung zu werden. Nicht aus Polemik, sondern weil die Partei weder oppositionell zuspitzt noch regierungsfähig überzeugt.

4. Symbolische Selbstauflösung

Wenn führende Liberale selbst erklären, die Partei sei „tot“, ist das kein Ausrutscher, sondern ein Symptom.
Die FDP steht nicht am Abgrund. Sie steht im semantischen Vakuum:

  • Sprache: Aufbruch
  • Denken: Endlosschleife
  • Vision: radikal unpraktisch
  • Praxis: visionslos
Solange Liberalismus als Marke und nicht als Haltung verstanden wird, kann sich die FDP rhetorisch neu erfinden, politisch wird sie jedoch nicht mehr gebraucht.

  
Christian Lindner: Vom Hoffnungsträger zum Symbol der Selbstblockade

1. „Lieber nicht regieren als falsch regieren“ (2017)
Damals als Prinzipienfestigkeit verkauft – rückblickend der Moment, in dem Lindner Regierungsverantwortung romantisierte, aber nicht tragen wollte. Später trat er genau in die Regierung ein, vor der er gewarnt hatte ohne erkennbare Handschrift.

2. Finanzminister ohne Reform-Moment
Als Finanzminister hatte Lindner die historische Chance:

  • Staatsmodernisierung
  • Steuervereinfachung
  • Bürokratieabbau

Geliefert wurde:

  • Blockade-Rhetorik
  • Schuldenbremse als Fetisch
  • kaum strukturelle Reformen

Ergebnis: Verwalter des Status quo, nicht Reformer.

3. Öffentliches Image: Selfie-Kanzler der FDP
Instagram-Inszenierung, Sneaker-Ästhetik, Hochglanz – während die Partei abstürzte.
Der Eindruck verfestigte sich: Mehr Marke als Führung.

Wolfgang Kubicki: Der Mann, der alles sagt und nichts bewegt

1. Der Dauerprovokateur ohne Konsequenz
Kubicki polarisiert zuverlässig – aber nie strategisch.
Ob Corona, Migration oder Justiz: viel Krawall, keine politische Übersetzung.

2. Glaubwürdigkeitsbruch in der Pandemie
Er stilisierte sich als Freiheitsanwalt – stimmte aber mehrfach Maßnahmen mit, die er rhetorisch geißelte.
Wahrnehmung: Freiheit im Interview, Anpassung im Parlament.

3. Altersbonus statt Zukunft
Kubicki steht für eine FDP, die glaubt, Lautstärke ersetze Relevanz.
Für junge Wähler: Relikt, kein Vorbild.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Beliebtheit im Ausland, Leerstelle im Inneren

1. Ein-Themen-Figur: Ukraine, Waffen, Waffen, Waffen
Internationale Präsenz hoch: parteipolitischer Mehrwert gering.
Außenprofil ja, liberale Gesamtidee nein.

2. Tonlage: moralisch überlegen, politisch abgehoben
Ihre Auftritte wirkten oft:

  • belehrend
  • aggressiv
  • wenig integrierend

Polarisierend – auch innerhalb der FDP.

3. Medienstar ohne Parteibindung
Strack-Zimmermann wurde bekannter als die FDP selbst.
Das ist kein Erfolg – das ist ein Alarmzeichen.

Christian Dürr: Rhetorik statt Realität

1. „Alle Gesetze seit 2000 auslaufen lassen“
Ein Vorschlag, der klingt wie radikaler Liberalismus, aber bei näherer Betrachtung staatspolitisch naiv und praktisch nicht umsetzbar.

Mehr Thinktank-Fantasie als Führungsanspruch.

2. Vorsitz ohne Machtbasis
Dürr spricht vom Aufbruch, während:

  • keine Bundestagsfraktion existiert
  • keine reale Gestaltungsmacht vorhanden ist

Das wirkt nicht kämpferisch, sondern hilflos.

3. Motivationsrhetorik in der Existenzkrise
Wenn Parteichefs „Mut“ beschwören, während Umfragen unter 5 % liegen, ist das selten Führung –
meist Selbstbeschwörung.

Gesamtbild: kollektiver Bedeutungsverlust

Was diese Namen verbindet, ist nicht persönliches Versagen, sondern ein gemeinsames Muster:

  • starke Worte
  • schwache Wirkung
  • große Bühne
  • leere Resultate

Die FDP hat sich über Jahre personell personalisiert, ohne politisch zu liefern.
Das Ergebnis ist kein Skandal, sondern etwas Schlimmeres:

👉 Irrelevanz.

Mit der FDP stirbt nicht die Freiheit.
Im Gegenteil: Sie wird frei von einer Partei, die sie zur Marke degradiert hat.

Freiheit ist kein PR-Begriff, kein Koalitionspfand und kein Instagram-Hashtag.
Sie ist Haltung, Verantwortung und Mut zur Konsequenz – auch dann, wenn es unbequem wird.

Die FDP hat den Liberalismus verwaltet, verdünnt und am Ende rhetorisch simuliert.
Sie hat Freiheit versprochen – und Bürokratie mitverantwortet.
Sie hat Mut beschworen – und Machtlosigkeit organisiert.

Freiheit stirbt nicht, wenn Parteien scheitern.
Sie stirbt nur, wenn niemand mehr bereit ist, sie ernst zu nehmen.

Genau hier entsteht etwas Neues:
Die WerteUnion steht für echte Freiheit – nicht als Ideologie, sondern als gelebtes Prinzip:

Freiheit mit Verantwortung, nicht mit Ausreden
Freiheit gegen Übergriffigkeit des Staates, nicht nur gegen Steuererhöhungen
Freiheit wertegebunden, nicht beliebig
Freiheit bürgernah, nicht machtfixiert

Wo die FDP den Liberalismus zur hohlen Marke gemacht hat, begreift die WerteUnion Freiheit wieder als Ordnungsprinzip einer offenen Gesellschaft.

Nicht die Freiheit geht: Sie kommt zurück.
Nicht verwaltet, nicht verwässert, sondern überzeugt vertreten.

Quellen:

Neuer Parteichef Dürr soll FDP vor der Bedeutungslosigkeit bewahren | tagesschau.de

Dreikönigstreffen: FDP-Chef Dürr will alle Gesetze seit 2000 auslaufen lassen | tagesschau.de

Jahresauftakt: FDP will mit Dreikönigstreffen wieder in Erfolgsspur kommen

Text, Bild und Gestaltung: Ingo Wendelken

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